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Hilfreich für Studenten und Berufsanfänger
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In diesem Lehrbuch geht es mehr um den Weg, wie man zu einem Programm kommt, als um die Syntax einer Programmiersprache. Damit wird hier ein grundsätzliches Problem behandelt, das man oft bei Berufsanfängern hat, nämlich dass sie zwar sehr genau wissen, was in einer Programmiersprache erlaubt ist, und was nicht, dass sie aber kaum in der Lage sind, bei einer konkreten Aufgabenstellung strukturiert zu einem "guten" Programm zu kommen. Das Resultat sind üblicherweise Programme, die zwar zunächst ihren Zweck erfüllen, sich aber schnell als nicht wartbar oder erweiterbar erweisen, wodurch sie schon nach kurzer Zeit wertlos sind.
Nachdem der Autor in den ersten Kapiteln noch recht nahe an der Programmiersprache und den "Dos and Don'ts" bleibt, folgen später Kapitel über Algorithmen, Testen/Debuggen/Logging oder Design-Prinzipien. Alle Aspekte, die man so bei der praktischen Arbeit hat, werden anhand eines Beispieles durchexerziert. Das Beispiel zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch, was die spätere Benutzung als Nachschlagewerk sicher erschwert, aber beim "Durcharbeiten" des Buches ist dies wirklich hilfreich.
Ich will nicht behaupten, dass dieses Buch unmittelbar zu besseren Programmen führt, aber gerade der in größeren Projekten noch unerfahrene Leser wird nach der Lektüre beim Programmieren Dinge im Hinterkopf haben, die er ansonsten erst "auf die harte Tour" hätte lernen müssen.
Lobenswert ist auch, dass Erfahrungen aus dem Bereich Projektmanagement einen Platz in diesem Buch findet - ein Bereich, der in Informatik-Lehrbüchern selten behandelt wird. Streng genommen könnte man natürlich sagen, dass dieser Bereich außerhalb der Informatik angesiedelt ist und daher in so einem Buch nichts zu suchen hat. In der Berufspraxis eines Informatikers spielt der "Kampf" mit den Mechanismen der Projektarbeit aber eine sehr wesentliche Rolle, und gerade Berufsanfänger stehen den Vorgängen in ihrem Umfeld oft mit staunenden Kinderaugen gegenüber. Es ist erfreulich, dass offenbar dieser vernachlässigte Themenkomplex endlich Einzug in Lehrbücher gefunden hat.
Man mag das Buch als zu oberflächlich kritisieren, da darin sehr viele Aspekte der Softwareentwicklung angerissen werden, ohne dabei jeweils wirklich in die Tiefe zu gehen. Allerdings wäre ansonsten eine 20-bändige Reihe im Brockhaus-Format entstanden, und das Buch ist offensichtlich, wie ja auch der Name schon sagt, als Einführung gedacht. Insofern ist die Tiefe, die jedem Thema zugebilligt wird, auch wirklich ausreichend, und auf weiterführende Literatur wird im Anhang explizit hingewiesen.
Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, das Studenten/Berufsanfängern auf alle Fälle hilft beim Übergang vom Lernen zum Arbeiten, vom Elfenbeinturm ins richtige Leben.
Eine Rezension von P. Hilpert >
vom 13. März 2009 |